SCM Stiftung Christliche Medien Gemeinsam. Für das, was wirklich zählt


(Quelle: Rittal GmbH & Co. KG)

„Der Glaube sollte uns eine große Motivation sein, mehr zu tun als andere, intensiver zu leben, engagierter zu sein und in dem Vertrauen zu kämpfen, dass man von Gott Weisheit und Führung bekommt.“



Neue Ideen fördern!

 

 

Ein Interview mit Friedhelm Loh, dem Vorsitzenden der Stiftung Christliche Medien (SCM): über sein Leben als Unternehmer und die Hintergründe der SCM.

Zeitschriften wie family, AUFATMEN, JOYCE, dran, TeensMag, Kläx, 55plus oder die Internet-Domain jesus.de sind vielen vertraut. Einige kennen auch noch den Verlag, der sie verantwortet: den Bundes-Verlag in Witten. Weniger bekannt ist die Struktur der Verlagsgruppe, zu der die Magazine gehören: Die gemeinnützige Stiftung Christliche Medien (SCM) bildet das Dach für sechs Unternehmen, die gemeinsam innovative Bücher, Zeitschriften und Tonträger für den christlichen Markt und zunehmend auch darüber hinaus anbieten. Brockhaus-Verlag, Oncken-Verlag und ERF-Verlag in Witten, Hänssler-Verlag und der Service-Betrieb ICMedienhaus in Holzgerlingen, die Tochter bv-media in der Schweiz sowie der Bundes-Verlag in Witten als Keimzelle der Gruppe –- die SCM will Menschen aller Altersgruppen mit der besten Nachricht der Welt erreichen.

Ulrich Eggers sprach mit dem Vorsitzenden der Stiftung, dem Unternehmer Friedhelm Loh aus Haiger.

Ihre Eltern haben nach dem Krieg aus kleinsten Anfängen ein Unternehmen aufgebaut. Welche Prägung haben Sie da mitgenommen?

Meine Eltern waren in ihrem Leben und Glauben ganz praxisorientierte Leute. Sie haben nach dem verlorenen Krieg die Situation analysiert und gehandelt. Mein Vater hat als Ingenieur 1946 in Haiger eine kleine Firma gegründet. Je nach Saison wurden Gießkannen oder Wärmflaschen produziert, alles, was man aus Kupfer- oder Zinkblech machen konnte. Vater sorgte für die Produktion, Mutter fuhr mit dem Auto herum und hat verkauft. Als bei uns die erste kleine Fabrikhalle gebaut wurde, saßen wir Kinder auf dem Schuttfeld und haben den Putz von alten Ziegeln geklopft. Wir erlebten mit, wie aus dem Alten etwas Neues wurde, wurden Teil davon. Ich bin ein typisches Nachkriegskind. Wir haben mitgeholfen, Prospekte eingepackt - das gehörte zu unserem Leben.

Ihr Vater hätte ja auch eine Anstellung suchen können, aber offensichtlich war da besondere Initiative in ihm, ein Unternehmer-Gen?

Keine Frage! Er suchte ständig nach neuen Ideen, nutzte Chancen, war sehr begeisterungsfähig. Gemeinsam mit seinem Schwager Hermann Schulte hat er sich zum Beispiel sehr früh für die Verbreitung christlicher Schallplatten engagiert oder bei der Gründung des Evangeliums-Rundfunks. Neue Ideen übten einen großen Reiz auf ihn aus. Er war Unternehmer –- und er war das als Christ. Zwischen seinem geistlichen Leben und seinem Unternehmertum bestand eine klare Linie.

Christ sein und Unternehmer sein -– diese Verbindung birgt besondere Chancen ...

Ja, das ist eine interessante Kombination, die Freiräume bietet und in der man wirklich berufen leben kann. Das war bei meinem Vater so. Er sah in beidem nicht zwei Dinge, sondern ein Ziel: Ich übernehme Verantwortung für Menschen, indem ich Risiken eingehe. Er hat dann zusammen mit meiner Mutter schon sehr bald Möglichkeiten genutzt, als Unternehmer auch gemeindlich aktiv zu werden. Hat Missionsreisen nach Afrika gemacht, vier, sechs Wochen lang –- heute schwer vorstellbar. Und natürlich hat sich das als Prägung auch auf mich übertragen. Meine Eltern waren Mitglied in einer sehr offenen und aktiven Brüdergemeinde. Dazu hat mein Vater sicherlich beigetragen, hat auch mal Dinge in Frage gestellt. Nichts von der geistlichen Grundsubstanz, aber wenn es um Lebensstile oder moderne Ideen ging, gab es intensive Diskussionen –- und wir Jungen saßen dabei und hörten uns das mit an. Das war sehr prägend für mich. Gemeinde und Firma waren Mittelpunkt unseres Alltags.

Wie haben Sie selber Zugang zum Glauben gefunden? Glaube kann man ja nicht erben ...

Natürlich gab es Sonntagschule und Jungschar. Meine Eltern haben uns - meinen älteren Bruder, meine jüngere Schwester und mich - motiviert mitzuarbeiten, uns nicht nur als Zuhörer zu sehen. Mit dreizehn Jahren habe ich mich dann bei „Jugend für Christus“ bekehrt. Mit 14 habe ich dann das Elternhaus verlassen, musste mich durchraufen. Ich fand in den verschiedenen Orten nicht überall gleich Gemeindezugang, war vielleicht auch zu bequem dazu. Da war eine Zeit lang ein gewisser Abstand zum Glauben, ein Loslassen. Man musste eine eigene Basis finden - es war halt keiner da, der einen sonntags zum Gottesdienst mitnahm. Zugleich werden manchmal mit ein bisschen Abstand die Dinge auch wieder wertvoller. Auf einmal merkt man: Mensch, du hast was im Koffer, davon hast du vorher eigentlich gar nicht so recht gewusst, was es wert ist!

Mit 27 kamen Sie dann zurück nach Hause – aber damit waren Sie noch nicht selber Unternehmer ...

Mein Vater ist mit 57 Jahren sehr früh gestorben. Mein älterer Bruder ist dann in die Firmen eingestiegen und hat sie geführt. Ich bin noch mal gut zwei Jahre in ein anderes Unternehmen gegangen, um mehr zu lernen. Mein Vater hatte darauf hingearbeitet, nicht nur ein Unternehmen zu haben. Er hatte das Bedürfnis, zumindest bei seinen Söhnen eine gewisse Chancengleichheit herzustellen. Zugleich wollte er in verschiedenen Branchen tätig sein, um nicht so abhängig zu sein. Dadurch ergab sich dann eine Aufgabenteilung zwischen meinem Bruder und mir. Bis 1989 haben wir die Unternehmen mit dieser Aufgabenteilung letztlich gemeinsam geführt, aber im Tagesgeschäft hatte jeder seinen eigenen Bereich. Für ihn war das die Firma Hailo, bei mir die Firma Rittal. Im Blick auf die Zukunft und Nachfolge haben wir dann 1989 die Unternehmen getrennt und sind jetzt unabhängige Firmengruppen.

Sie haben einiges vom väterlichen Unternehmer-Gen geerbt. Ihre Firmengruppe hat sich sehr erfolgreich entwickelt ...

1974 war ich 28 Jahre alt und kam als Personalnummer 181 in die Firma. Die überwiegend jungen Mitarbeiter hatten sich voll hinter unsere Familie gestellt. Das war sicher das Entscheidende für den Anfang, denn ich hatte von vielem keine Ahnung. Aber natürlich wächst man dann hinein, wird sicherer. Ich habe in relativ kurzer Zeit das Ruder übernommen. Sicher muss man zum Unternehmersein ein bisschen Grundveranlagung haben, Risikobereitschaft, Herausforderungen annehmen, Verantwortung auch für Menschen übernehmen wollen. Es war eine spannende und herausfordernde Zeit mit weit reichenden Entscheidungen. Das alles bewusst auch im Glauben zu tun und immer wieder zu fragen: "Kann Gott das stützen?“, hat mein Unternehmersein stark geprägt.

Von Personalnummer 181 und 180 Mitarbeitern zum heutigen Stand Ihrer Firmengruppe. Was hat sich verändert?

Wir sind heute knapp 10.000 Mitarbeiter und im Wesentlichen acht Firmen vor allem im Bereich der Metallverarbeitung, die in der Friedhelm Loh Gruppe verbunden sind und rund 1,4 Milliarden Euro Umsatz erzielen. Dazu gehören auch 52 Auslandsgesellschaften und Fabriken in den USA, Kanada, Frankreich, England, Italien, Indien und China.

Gibt es im Rückblick neben allem Segen eine entscheidende Tugend, die für diesen Erfolg verantwortlich ist?

Eine Unternehmensentwicklung ist sicher sehr stark verbunden mit dem Umgang mit Menschen, mit gegenseitigem Vertrauen und Loyalität. Das misst man am besten daran, wie lange Mitarbeiter in einem Unternehmen bleiben. Hier bin ich besonders dankbar, dass wir eine hohe Kontinuität haben. Berechenbar sein für Menschen steht an erster Stelle. Deswegen muss man kein angenehmer Typ sein! Aber offen und ehrlich miteinander umgehen und auch ein persönliches Interesse haben.

Zugleich muss man natürlich Märkte und seine eigenen Stärken erkennen, muss in Chancen denken. Das ist wohl der zweite wesentliche Schwerpunkt: Wirklich offene Augen dafür haben, was am Markt los ist und wo sich Chancen bieten. Da hatten wir im Großen und Ganzen wirklich eine gute Nase und konnten mit der Firma Rittal Weltmarktführer werden.

Was treibt Sie heute noch an - die Verantwortung oder auch so ein Stück Sportsgeist?

Erst mal ist es wirklich die Verantwortung, die antreibt. Heute heißt es, entweder voll dabei – oder draußen zu sein. Markt und Technik verändern sich derartig schnell, dass man so etwas wirklich nur ganz oder gar nicht machen kann. Von daher ist es erst mal eine Pflicht, eine Bringschuld - auch für die 10.000 Menschen, die bei uns arbeiten. Diese Verantwortung ist heute sicher die Haupttriebkraft für mich.

Wir können es uns heute nicht leisten, auf Märkten zu verlieren. Wer erfolgreich sein will, muss bestimmte Positionen besetzen, sonst steigt das Risiko immens. Sie müssen also permanent innovativ sein. Mangelnde Veränderungsbereitschaft ist ja eines unserer großen Probleme in Deutschland. Es ist heute eine der entscheidendsten unternehmerischen Aufgaben, immer auf dem Gas zu stehen. Und den Menschen zugleich zu vermitteln, dass das Sinn macht und notwendig ist. Dazu kommt natürlich auch Motivation oder Sportsgeist, nicht locker zu lassen. Widerstände gibt es immer – dann aber geht es darum, wirklich am Ball zu bleiben und zu sagen: "So, jetzt machen wir das trotzdem! Wir wollen es wissen!"

Kann man da noch ruhig schlafen?

Das wechselt! (lacht) Mal schläft man gut, mal nicht. Aber hier können wir sicher als Christen auch eine gewisse Gelassenheit haben - ohne dass wir faul oder selbstzufrieden werden. Der Glaube sollte uns eine große Motivation sein, mehr zu tun als andere, intensiver zu leben, engagierter zu sein und in dem Vertrauen zu kämpfen, dass man von Gott Weisheit und Führung bekommt. So ein Leben ist gefährlich und unbequem, wir haben keine Garantie auf Erfolg. Aber es gibt eine Grund-Geborgenheit in Gott.

Wie beurteilen Sie die momentane wirtschaftliche und gesellschaftliche Situation?

Ich glaube, wir sind durch unsere Entwicklung in Deutschland fehlgeleitet worden. Der Wohlstand ist selbstverständlich geworden, es hat sich ein Egoismus entwickelt, eine fordernde Gesellschaft, die keine Dankbarkeit kennt. Die Globalisierung hat die Welt gedreht - und wir haben nicht schnell genug verstanden, was das für uns bedeutet. Wir glauben weiter, dass es uns besser gehen muss als dem Rest der Welt. Aber warum eigentlich soll ein Inder weniger verdienen für die gleiche Leistung? Das werden wir in den nächsten Jahren lernen müssen. Und je schneller wir es lernen, desto größer ist unsere Chance.

Ich glaube, wir haben eine gute Chance - aber sie reduziert sich mit jedem Tag, an dem wir sie nicht nutzen. Leider sind unsere Strukturen und Entscheidungsprozesse viel zu träge. Die Politik müsste an dieser Stelle noch viel besser erklären, warum Änderungen nötig und was die Ursachen dafür sind.

Würden Sie dennoch heute Christen empfehlen, Unternehmer zu werden?

Immer! Es geht ja nicht darum, unbedingt Unternehmer zu werden. Klar, das ist ein mögliches Berufsbild. Aber es geht darum, in die Gesellschaft etwas einzubringen, indem man Verantwortung für andere übernimmt. Das kritisiere ich manchmal bei uns Christen. Ich sehe ein Zurücklehnen, Zugucken, Beurteilen - anstatt hinzugehen und zu sagen: "Augenblick mal, wofür hat uns Gott eigentlich in die Welt gesetzt? Wir sollen Salz und Licht sein!" Oft reduzieren wir diesen Auftrag aus Bequemlichkeit. Zu leiten oder Verantwortung zu übernehmen, ist nicht leicht. Es bedeutet Opfer. Leider finden wir zum Beispiel auch viel zu wenig Christen als leitende Angestellte!

Christliche Unternehmer sind beliebt als Spender – aber durchaus nicht immer geliebt als Menschen, weil sie oft ja auch sperrige Leute sind.

Das ist tatsächlich alles andere als einfach. Man begegnet erheblichen Vorurteilen. Alles zwischen Ausbeuter und Wohltäter –- je nachdem. Unter den Christen ist man sicherlich oft ein Außenseiter. Das liegt auch daran, dass es leider immer weniger christliche Unternehmer gibt. Man wird nicht "normal" behandelt - aus welchen Motiven auch immer. Das empfinde ich in vielen Bereichen als Belastung. Zugleich prägt natürlich das Berufsbild. Wenn Sie ständig entscheiden, dann haben Sie eine gewisse Persönlichkeitsstruktur. So etwas prägt natürlich, da fällt es manchmal schwer, sich hinzusetzen, zuzuhören -– und seinen Erfahrungshintergrund zu vergessen. Das führt dann sehr schnell zu einem Außenbild, das die Kommunikation erschwert. Es ist sicher für beide Seiten nicht einfach ...

Sie engagieren sich seit rund 20 Jahren für den Bundes-Verlag, der Keimzelle der Stiftung Christliche Medien. Wie kam es dazu?

Ich habe mich immer persönlich oder finanziell engagiert, wenn es um Mission oder Hilfe geht. Wenn andere Menschen mich nicht begleitet und mir zum Glauben hin geholfen hätten, dann wäre mein Leben komplett anders gelaufen. Ich bin Mitglied in einer Freien evangelischen Gemeinde - und der Bundes-Verlag gehörte zum Bund Freier evangelischer Gemeinden. Als er Mitte der achtziger Jahre in schwieriges Fahrwasser kam, wurde ich von der Leitung des Bundes gefragt, ob ich mich mit meiner unternehmerischen Kompetenz einbringen könnte. Ich habe gerne zugesagt. Schon damals haben wir den Kurs eingeschlagen, den wir heute mit der Stiftung weiter ausbauen möchten. Mit dem Geschäftsführer Erhard Diehl gelang es damals, den Horizont zu erweitern, kreative Leute anzuziehen, neue Ideen zu fördern. Nach der Gründung von family 1992 schafften wir erstmals den Schritt über den christlichen Bereich hinaus an den Kiosk. Wir haben dort nie einen Pfennig Geld verdient, aber dies immer als Teil unseres missionarischen Auftrags gesehen.

Im Zusammenhang mit der Gründung der Stiftung Christliche Medien sind Sie als Stifter durchaus auch auf einige Vorbehalte und Fragen gestoßen.

Dabei ist die Stiftung Christliche Medien eigentlich nur eine konsequente Fortsetzung unserer Arbeit! Eine unserer großen Fragen war immer, wie wir Zugang zu den Menschen bekommen. Wer auch im säkularen Bereich eine Nische besetzen will, der muss erst mal die Voraussetzungen dafür schaffen. Zugleich ist der Bundes-Verlag als gemeinnützige GmbH über die Jahre stark gewachsen und wurde so auch zu einem finanziellen Risiko für unsere Freikirche. Die wirtschaftliche Lage ist schwierig, verlangt oft schnelle Entscheidungen - da sind kirchliche Gremien gelegentlich überfordert.

Die Form einer Stiftung haben wir gewählt, weil wir ganz klar nach außen signalisieren wollen: "Das hier ist ein missionarisches Unternehmen und muss nicht Gewinne im üblichen Sinn erwirtschaften." Wir wollten ein unabhängiges Gebilde schaffen, das allein an den biblischen Auftrag gebunden ist, Menschen zum Glauben einzuladen und sie in der Nachfolge zu unterstützen. Auf dieses Ziel verpflichtet arbeiten unsere verschiedenen Gremien, die unseren Kurs prägen. Es geht nicht um Geld oder Einfluss, es geht um unseren Auftrag. Und dafür braucht man Kraft und die nötige Struktur.

1999 wurde der Brockhaus-Verlag übernommen, der erste Schritt in Richtung Verlagsgruppe. Vor einigen Jahren kam der Hänssler-Verlag dazu. War das Planung von langer Hand?

Nein. Der Hänssler-Verlag in Holzgerlingen hatte eine außerordentlich schwierige Phase durchzustehen und musste in die Insolvenz gehen. Ich habe davor und danach geholfen und dann aus dem Zusammenbruch heraus die Firma übernommen, damit dieser christliche Verlag erhalten bleiben konnte. Später haben wir Hänssler in die neu gegründete Stiftung Christliche Medien integriert. Sie bietet die notwendige Struktur, unterschiedlich geprägte Häuser unter einem Dach zusammenzuführen.

Bei vielen Zusammenschlüssen gibt es einen starken Angleichungsprozess. Ist das in der Stiftung anders?

Ja, absolut. Jeder Verlag hat seine Geschichte und Profilierung, die erhalten bleiben soll. Das ist keine leichte, aber eine notwendige Aufgabe - notwendig um der Menschen willen. So wie wir unterschiedliche Gemeinden oder unterschiedliche Traditionen haben, müssen wir dem auch im Verlagsbereich Rechnung tragen. Literatur ist ein kreativer Prozess und braucht Freiräume. Also müssen wir Freiräume geben, wenn wir Inhalte vermitteln wollen. Von daher bin ich froh, dass wir in jedem Verlag eigene Redaktionskreise haben, die bunt gemischt sind mit Menschen unterschiedlicher Herkunft und unterschiedlicher Kirchenzugehörigkeit. Entscheidend ist, dass die Mitarbeiter der Stiftung die Zielformulierung einhalten. Wenn da Konsens ist, werden wir die Spannbreite aushalten. Wir wollen Einheit im biblischen Auftrag bei Vielfalt in den Formen und Verlagen.

Sie sind Stifter - zugleich aber auch Visionär für dieses Ziel, Menschen mit der Guten Nachricht zu erreichen ...

J
a, so würde ich es sehen. Entscheidend ist für mich, dass ich in diesem Auftrag eine Berufung für mich erkennen kann. Zum anderen will ich gerne einbringen, was ich als Unternehmer in der Wirtschaft gelernt habe. Das Ganze ist ein Dienst - und soll es auch bleiben. Da ich es nicht sonderlich liebe, in der Öffentlichkeit zu stehen, bin ich für viele sicher ein unbeschriebenes Blatt. Ich kann verstehen, dass viele Menschen fragen: "Warum tut der das jetzt auch noch?" Für mich ist es eine kontinuierliche Entwicklung, die vor 20 Jahren begann. Dass ich mich hier so besonders engagiere, empfinde ich als Gottes Führung - nicht mehr und nicht weniger.

Sie haben jetzt stark vom Auftrag her argumentiert. Was haben unsere Leser und Kunden von diesem Zusammenschluss?

Überall in der Wirtschaft ist es ein Vorteil, Dinge aus einer Hand zu bekommen - und das in guter Qualität und schnell. Hier bieten wir eine gute Infrastruktur, vom Buch über die CD hin zu Video, Hörspiel oder Zeitschrift, Internet und Dienstleistungen. Zugleich haben wir auf diese Weise die Kraft, Produkte und Projekte zu finanzieren, die im Sinne unseres Auftrags nötig, aber schwer zu bezahlen sind.

In der christlichen Szene gibt es in Bezug auf die SCM durchaus schillernde Vorstellungen: "Da sitzt ja der Loh drin. Die haben Geld, die haben keine Probleme ..."

Wir haben überhaupt keinen Grund, in irgendeiner Weise überheblich oder arrogant zu sein. Es bleibt genug zu tun. Genügend Geld für diese vielfältigen Aufgaben zu haben, verlangt ein sehr sparsames Umgehen mit den Mitteln. Die wirtschaftliche Lage für Verlage ist angespannt. Es bedarf auch für uns vieler Arbeit, um diese Situation zu meistern. Neue Produkte, besserer Kundenservice, noch mehr Nähe zu den Menschen. Wir wünschen uns, dass wir mit unserem Auftrag Unterstützung finden. Ob das Gemeinden oder Einzelpersonen sind: Wir brauchen jede Unterstützung durch aktive Mitarbeit in Rat und Tat - auch im finanziellen Bereich.

Sehen Sie die Stiftung eher als Unternehmen oder als Missionswerk?

Eindeutig als Missionswerk! Wir können den Menschen ehrlich und offen ins Gesicht schauen und müssen das immer wieder kommunizieren. Es geht überhaupt nicht um Größe, sondern dass wir unser Herzblut darin haben, die Botschaft, die Gott in der Welt haben will, unter die Menschen zu bringen! Wenn in zehn Jahren 30 Prozent unseres Volumens in Bereiche gingen, wo Suchende sind, dann wären wir unserer Vision näher gekommen!

Letzte Frage: Wir haben viel vom Einsatz für andere gehört. Was bringt ihnen Spaß, wenn es nur ums Private geht?

Da spielt natürlich die Familie eine große Rolle. Und ganz für mich nehme ich gerne mal ein altes Auto und fahre in den Westerwald, genieße Land und Leute und das Alleinsein - denn das kommt natürlich oft zu kurz ...

Herzlichen Dank für das Gespräch!

Das Interview führte Ulrich Eggers (49),
Redaktionsleiter der Zeitschrift "Aufatmen".


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